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Entladen bei hohen und tiefen Temperaturen

Batterien funktionieren am besten bei Raumtemperatur. Der Einsatz von Batterien bei einer erhöhten Temperatur verkürzt ihre Lebenserwartung drastisch. Obwohl eine Säure-Blei-Batterie die höchste Kapazität bei Temperaturen um 30°C erreicht, führt ein längerer Einsatz bei dieser Temperatur zu einer Verkürzung der Lebenserwartung. Dies ist ähnlich bei einer Lithium-Ion-Batterie, die mehr leistet bei höherer Temperatur. Erhöhte Temperatur wirkt führt kurzzeitig zu einer Verminderung des inneren Widerstandes, welcher möglicherweise durch die Alterung grösser geworden ist. Der Energiegewinn ist jedoch nur von kurzer Dauer, da erhöhte Temperatur die Alterung fördert, welche wiederum zur Erhöhung des inneren Widerstandes führt.

Es gibt eine Ausnahme für den Einsatz von Batterien bei höheren Temperaturen - es ist dies die Lithium-Polymer mit trockenem, festen Polymerelekrolyt, eine echte 'Plastikbatterie'. Während die kommerzielle Lithium-Ion-Polymer-Batterie feuchte Elektrolyte benützt, um die Leitfähigkeit zu verbessern, hängt die trockene, feste Polymerversion von der Temperatur ab, um einen genügenden Fluss von Ionen zu ermöglichen. Dies bedingt eine Batteriekerntemperatur von 60 - 100°C.

Die trockene, feste Polymerbatterie hat einen Nischenmarkt gefunden als Notstrombatterie in warmen Klimazonen. Die beste Funktionstemperatur der Batterie wird erreicht durch ein eingebautes Wärmeelement. Bei einem Ausfall der Speisung muss die Batterie selbst die Energie liefern, die sie benötigt, um die Temperatur beizubehalten. Obwohl dieser Batterie eine lange Lebenserwartung zugesprochen wird, ist der Preis meistens en Hindernis.

Nickel-Metall-Hydride verschlechtern sich schnell, wenn sie bei höheren Temperaturen betrieben werden. Zum Beispiel, bei einer Umgebungstemperatur von 30°C wird die Lebenserwartung um 20% reduziert. Bei 40°C betragen die Verluste bereits 40%. Wenn die Ladung/Entladung bei 45°C erfolgt, sinkt die Lebenserwartung auf die Hälfte des Wertes, der erwartet werden darf bei Anwendungen bei Raumtemperatur. Nickel-Kadmium ist ebenfalls empfindlich auf höhere Temperaturen, aber in einem geringeren Mass.

Bei tiefen Temperaturen nimmt die Leistung der Batterien, ohne Rücksicht auf die Chemie, drastisch ab. Während -20°C die Schwelle ist, wo Nickel-Metall-Hydrid-, Säure-Blei- und Lithium-Ion-Batterien aufhören zu arbeiten, können Nickel-Kadmium-Batterien bis zu -40°C eingesetzt werden. Bei dieser frostigen Temperatur ist die Entladerate von Nickel-Kadmium-Batterien auf 0,2C begrenzt (5 Stundenrate). Man sagt, dass neue Modelle von Lithium-Ion-Batterien bis hinunter auf -40°C einsatzfähig seien.

Es ist jedoch wichtig sich daran zu erinnern, dass, auch wenn eine Batterie bei tiefen Temperaturen betriebstüchtig ist, sie nicht automatisch auch eine Aufladung unter den gleichen Bedingungen erlaubt. Die Ladeakzeptanz für die meisten Batterietypen ist bei sehr tiefen Temperaturen begrenzt. Die meisten Batterien müssen für die Ladung aufgewärmt werden, und zwar über den Gefrierpunkt. Nickel-Kadmium-Batterien können unterhalb des Gefrierpunktes aufgeladen werden, aber die Laderate ist auf 0,1C reduziert.

Impuls-Entladung

Batteriechemien reagieren verschieden auf spezifische Ladevorschriften. Die Belastung bei Entladung erstreckt sich von kleinen und gleichmässigen Strömen in Blitzlichtlampen bis zu starken Impulsströmen für digitale Kommunikationsgeräte, von hohen intermittierenden Stromspitzen in Werkzeugen zu dauernder Hochstrombelastung in einem Elektrofahrzeug, das sich auf einer Autobahn bewegt. Da Batterien chemische Elemente sind, die hochwertiges Aktivmaterial während der Entladung in einen anderen Zustand verändern müssen, ist die Geschwindigkeit für diese Umwandlung entscheidend für die Ladecharakteristik einer Batterie. Auch genannt als Konzentrationspolarisation, sind auf Nickel basierende Batterien den Bleibatterien in Bezug auf die Reaktionsgeschwindigkeit klar überlegen.

Die Blei-Säure Batterie liefert die beste Leistung bei einer 20-stündigen Langsamentladung. Auch die Impulsentladung arbeitet gut, weil die Erholungsperioden zwischen den Impulsen mithilft, die verringerte Säurekonzentration zurück zu führen in die Elektrodenplatten. Eine Entladung mit 1C der vorhandenen Kapazität ergibt die schwächste Effizienz. Das tiefe Niveau der Konversion, oder die erhöhte Polarisation zeigt sich durch einen momentan hohen inneren Widerstand, der auftritt auf Grund der Verringerung des Aktivmaterials während der chemischen Reaktion.

Verschiedene Entlademethoden, speziell die Impulsentladung, beeinflussen die Lebenserwartung von einigen Batteriechemien. Während Nickel-Kadmium und Lithium-Ion Batterien robust sind und nur nur minimale Beschädigungen zeigen bei Impulsentladung, zeigen Nickel-Metallhydride eine starke Abnahme der Anzahl der zu erwartenden Zyklen wenn mit einer digitalen Last entladen wird.

In einer kürzlich durchgeführten Studie wurde die Lebenserwartung untersucht, indem Entladungen bis zu 1,04V/Zelle durchgeführt wurden mit analoger und digitaler Last. Der analoge Entladestrom betrug 500mA, die digitale Entladung simulierte eine Last gemäss dem GSM Protokoll und betrug einen Spitzenstrom von 1,65A während 12ms und einen Standbystrom von 270mA (Bemerke, dass die GSM-Sprach-Impulse ca. 550µs alle 4,5ms betragen).

Mit einer analogen Entladung erreichen Nickel-Metallhydride eine Lebensdauer, die oberhalb des Durchschnittes liegt. Bei 700 Zyklen liefert die Batterie noch immer eine Kapazität von 80%. Im Gegensatz dazu nimmt die Zellenkapazität unter digitaler Belastung schneller ab. Die Schwellenkapazität von 80% wurde nach nur 300 Zyklen bereits erreicht. Dieses Phänomen zeigt auf, dass sich die kinetische Charakteristik bei Nickel-Metallhydriden schneller verschlechtert bei digitaler als bei analoger Last. Lithium und Blei-Säure Batterien sind weniger empfindlich auf Impulsentladung als Nickel-Metallhydride.


Über den Autor
Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund um die Welt.
Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten, Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie bitte www.cadex.com.



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